Nach 25 Jahren wieder auf Skiern

 

Skier mit Bindung, Skischuhe und Stöcke im Sonderangebot um  € 250.-. Da musste ich zuschlagen.

 

Aber aus meiner neuen Sport-Karriere wird nix.

 

Die Stufen im Stiegenhaus bin ich mit den schweren Skischuhen wider Erwarten ohne Sturz hinuntergekommen, den Gratis-Autobus (mein Auto ließ ich bei diesem Transportangebot stehen) habe ich auch erwischt, das Hochladen der Skier in den Gepäckträger war allerdings schon eine Plage.

Die Loser- und Sandling-Talstationen liegen am Weg zur Blaa-Alm.

 

Bei der Frage, ob Loser oder Sandling, entschied ich mich für den Sandling, da mir die Abfahrt auf dem Pisten-Plan kürzer und übersichtlicher schien.
Habe eine Tageskarte genommen, da sie kaum teurer war als die Halbtagskarte.

 

Es ist aber doch nur ein Halbtageserlebnis geworden:

Die Fahrt mit dem Sessellift ein eigenes Gefühl. Beim Richtungswechsel, ungefähr in der Hälfte der Fahrt, ruckelt der Lift so, dass man Angst bekommen könnte, wäre da nicht der Bügel. Sicherheitshalber nahm ich immer auf dem äußerst rechten Sitz Platz, um bei der Ankunft gleich seitlich weg düsen zu können, damit mich der Liftsessel nicht hinterrücks meuchelt.

 

Die erste Abfahrt auf der mittelschweren Piste (für die ich früher wahrscheinlich 5 Minuten gebraucht hätte) habe ich in einer halben Stunde bewältigt.

 

Die neuen Skier kommen mir so vor wie ein Automatik-Getriebe mit Navi, das in die Irre leitet. Sie drehen von selber, Schrägfahrt ist kaum noch möglich ohne dass man beim Abbremsen wieder bergauf fährt.

 

Endlich gut unten angekommen!

Die zweite Abfahrt war dann etwas rascher, habe mir zwischendurch ein Bounty genehmigt, das ich gottseidank eingesteckt hatte, weil ohne Frühstück von zu Hause weg.


Die dritte Abfahrt schaffte ich auch noch problemlos. War inzwischen draufgekommen, dass kurze Schwünge von Vorteil sind, vor allem wenn man den Schwerpunkt in die Mitte oder eher weiter nach vorne verlagert und nicht mehr, so wie früher, hinten am Ski sitzt. Nur ängstlich durfte man zwischendurch nicht werden, sonst war der ganze Schwung wieder dahin. Und da es relativ warm war, blieben dadurch die Skier im pappigen Schnee stecken.

Mit "elegant kurven" ist es also leider noch nichts geworden. Auch sind die Skier vorne so breit wie Schaufeln, so dass die Eleganz schon dadurch nicht gegeben ist, vor allem weil es schwierig ist, die beiden Skier so nebeneinander zu halten, dass sie nicht beim geringste Fehler überkreuzen.

Dann kam die unrühmliche vierte Fahrt, dabei habe ich mich relativ bald in den Schnee gesetzt, das Aufstehen war schon sehr schwierig, weil die Skier davon rutschten und ich kaum die Kraft aufbrachte, mich mit den Stöcken hochzudrücken.
Kurze Zeit danach ein zweiter Sturz. Da konnte ich vor Müdigkeit überhaupt nicht mehr hoch. Ein nettes junges Paar half mir dann die Skier abzuschnallen und transportierte sie mir in ein flacheres Gelände. Da man mit den neuen Schuhen nicht gehen kann, bin ich den größten Teil dieses Pistenabschnitts auf dem Hosenboden hinuntergerutscht (und erst zu Hause draufgekommen, dass meine Jeans ganz durchnässt waren).

Den relativ langen Schlusshang habe ich sturzfrei genommen, obwohl ich dummerweise die zweite Pistenvariante genommen hatte, die etwas schwieriger ist, war allerdings knapp daran, mich ein drittes Mal niederzusetzen.

Der Muskelkater hat sich schon bei der Rückfahrt im Autobus bemerkbar gemacht, am nächsten Tag bin ich kaum aus dem Bett gekommen. Dann ging es wieder, war allerdings am Nachmittag ziemlich schwindlig - ich denke, dass ich mit einer Verkühlung gekämpft habe.

Am übernächsten Tag war ich nochmals Skifahren, damit ich nicht träge werde und auch als Rosskur gegen meine Muskelkater. Aber diesmal von vorneherein nur halbtags...
Apropos Ross: Bei einem Pferd, das seinen Reiter abwirft, muss dieser auch sofort wieder aufsteigen (sofern er dazu noch in der Lage ist), denn sonst
macht das Pferd in Zukunft mit ihm, was es will.

 

Ein Hang war gesperrt, für das Training der ÖSV-Läuferin Eva-Maria Brem. Hab gegoogelt und nachgelesen: Sie hatte voriges Jahr einen Schien- und Wadenbeinbruch und bereitete sich nun auf die Olympischen Spiele vor.

 

Bei einer Liftfahrt saß ich alleine auf dem Sechsersessel, hatte nicht die Kraft, den Bügel zu senken, und hielt mich krampfhaft am Gestänge fest, um nicht abgeworfen zu werden. Auf dem Lift lernt man übrigens nette Leute kennen, einmal saß auch der Bad Ausseer Pfarrer neben mir auf dem Liftsessel, so vermummt, dass ich ihn kaum erkannte.

 

Drei Abfahrten habe ich erfolgreich gemeistert, das heißt ohne Sturz, dann hörte ich sicherheitshalber auf. Langsam kommt auch das Gefühl für die neuen Skier…

 

Zum Abschluss bin ich noch in die urige AlpenTenn eingekehrt und habe mir einen weichen Toast gegönnt.

 

Für weitere Skitage hat das Wetter nicht mehr mitgespielt. Dann kamen die Semesterferien mit zu viel Auflauf, anschließend waren die Temperaturen zu warm, daher

bis zum nächsten Jahr…